ALL

Installation aus der Serie CLAYSTUDIES / 2016 / Größe variabel / Lichtreflektion, Scheinwerfer, Tonplatte, Bewässerungsanlage

All besteht aus einer ungebrannten Platte Ton, die vor der Stirnwand des Raumes auf dem Boden liegt. Der Ton wird regelmäßig alle acht Minute mithilfe eines auotmatisierten Bewässerungssystems mit feinem Wassernebel besprüht. Ein Scheinwerfer ist auf die feuchte Tonplatte gerichtet und reflektiert ihre Spiegelung an die Wand, auf der sich die Struktur des Tons als sich stetig veränderndes Bild abzeichnet: Es wirkt wie ein Blick in ein Universum voller Sterne, die sich in milchige Wolken auflösen, um sich dann wieder in neuen Galaxien zu formieren.

Über CLAYSTUDIES: In dieser Serie habe ich mich ganz auf das Material Ton konzentriert, um etwas Temporäres herzustellen, etwas, das lebt und sich weiterentwickelt. Ausgangspunkt für meine Serie CLAYSTUDIES war meine Arbeit Tonboden, ein 50 Quadratmeter großer Raum mit einem glatten Boden aus erdfeuchtem Ton. 3,5 Tonnen Rohmaterial hatte ich mit dem Anhänger aus einer hessischen Tongrube geholt, in den Ausstellungsraum geschafft und dort in mühsamer Handarbeit auf dem Boden verteilt, bis eine ebene Fläche entstand. In der Ausstellung konnte die Tonfläche betrachtet, nicht aber betreten werden. Es ging mir vor allem um die Raumwirkung des Materials und die Auseinandersetzung mit dessen Transformationsprozess. Nach der Ausstellung riss ich die Arbeit ab und stampfte sie ein: zu Pulver zerschlagen und mit Wasser vermengt, wurde der Ton wieder eine Masse mit homogener Farbe und neuer Geschmeidigkeit. Sie dient als Rohstoff für die weiteren Arbeiten der CLAYSTUDIES. Die aus dem recycelten Ton entstandenen Objekte sind neuerlich ganz dem Material und seinen Veränderungsprozessen gewidmet. Die unkonservierbare Zustandsveränderung des Materials ist ein wichtiger Gegenstand meiner Arbeiten.